BHC verpasst Pokal- überraschung gegen Neckarsulm nur knapp

Der Bergische HC hat dem Erstligisten Sport-Union Neckarsulm in der 1. Runde des DHB-Pokals einen großen Kampf geliefert. Vor einer lautstarken Kulisse in der Sporthalle Wittkulle hielt der Zweitligist die Partie bis in die Schlussminuten völlig offen und musste sich am Ende nur knapp mit 27:30 (13:13) geschlagen geben.

Dabei erwischten zunächst die Gäste den besseren Start. Angeführt von National-Linksaußen Antje Döll setzte sich Neckarsulm schnell auf 1:4 ab. BHC-Neuzugang Marie Vorlicek-Michalczik gelang in der fünften Spielminute nach l angerVerletzungspause der erste Treffer für ihr Team. Kurioserweise erzielte die Ex-Nationalspielerin ihren letzten Treffer vor über 25 Monaten ebenfalls gegen Neckarsulm, bevor ihre Leidenszeit begann. Mit zunehmender Spieldauer fand das Team vom neuen BHC-Trainer Ruben Voßhans in die Partie, kämpfte sich zurück und drehte das Ergebnis zwischenzeitlich auf 9:7. Torjägerin Svenja Mann traf per Strafwurf (19.). Beim 12:10 durch Kim Ott lag der BHC weiterhin vorn, ehe es mit einem 13:13-Unentschieden in die Halbzeitpause ging.

Auch nach dem Seitenwechsel blieb die Partie völlig offen. Der BHC hielt dem Tempo und der Qualität des Erstligisten nicht nur kämpferisch entgegen, sondern überzeugte auch spielerisch. Besonders Marie Vorlicek-Michalczik drückte der Partie mit ihrer Erfahrung den Stempel auf. Mit ihrer Spielsteuerung und Übersicht gab sie der Mannschaft viel Sicherheit und harmonierte in Abwehr und Angriff glänzend mit Geburtstagskind Veki Tolic. Im Rückraum sorgten zudem Kim Ott und Svenja Mann immer wieder für Torgefahr und überzeugten mit einer starken Abschlussquote. Eine Überzahl-Situation nutzte der Erstligist zu einem 4:0-Lauf und setzte auf 17:21. Die frühere Gräfratherin Paulina Uscinowicz erzielte das 18:22 (43). Eine Vorentscheidung? Nein. Der BHC kämpfte sich erneut zurück, kam über die junge Meggan Rusko, Marie Vorlicek-Michalczik und Veki Tolic wieder in Schlagdistanz (21:22, 45.).Die Schlussphase entwickelte sich schließlich zu einem echten Pokalkrimi. In der 50. Minute traf U20-Weltmeisterin Kim Ott zum 24:24-Ausgleich und zwang NeckarsulmsTrainer Thomas Zeitz zur Auszeit. Die Halle war jetzt endgültig da und trieb den BHC nach vorn. Auch in den letzten Minuten blieb die Überraschung greifbar. Marie Vorlicek-Michalczik sorgte in der 55. Minute noch einmal für den Ausgleich. Erst danach konnte sich der Erstligist entscheidend absetzen. Beim 26:28 durch die überragende Sina Ehmann in der 58. Minute nahm der BHC noch einmal eine Auszeit. Svenja Mann verkürzte anschließend auf 27:29, ehe erneut Ehmann mit dem Treffer zum 27:30 die finale Entscheidung herbeiführte. Sie erzielte in der entscheidenden Phase die letzten drei Treffer für die Sport-Union. Auf Seiten der Gäste sorgten insbesondere die beiden Außenspielerinnen Meret Ossenkopp, mit insgesamt acht Treffern erfolgreichste Werferin der Partie, und Antje Döll immer wieder für Gefahr. Auch konnte sich Neckarsulm auf die Wurfkraft der Schwedin Fanny Elovson verlassen, die in knappen Situationen stets zur Stelle war.

Am Ende fehlte dem BHC nur wenig zur großen Pokalüberraschung. Viel wichtiger als das Ergebnis dürfte jedoch die Art und Weise gewesen sein, wie sich der Zweitligist gegen einen Bundesligisten präsentierte. Mit viel Leidenschaft, Mut und einer starken kämpferischen Leistung machte der BHC deutlich, dass mit der Mannschaft in der neuen Saison zu rechnen ist.

Trainer Ruben Voßhans zeigte sich nach seinem ersten Pflichtspiel entsprechend stolz: „Wir haben heute alles gegeben und der Sport-Union alles abverlangt. Kompliment an meine Mannschaft für die engagierte Leistung und Glückwunsch nach Neckarsulm.“ Für den BHC endet damit zwar die Pokalreise, die Leistung gegen den Erstligisten macht aber Lust auf die bevorstehende Saison. Am kommenden Samstag empfängt der BHC den ESV Regensburg zum ersten Meisterschaftsspiel. Anwurf in der Sporthalle Wittkulle ist um 18:30 Uhr.

Statistik:

BHC: Lena Lindemann, Marlene Wagner; Svenja Mann (5/3), Ruby Vaessens (2), Meggan Rusko (2), Franzi Thomas, Madita Probst (2), Lucy Krahwinkel (1), Djazzmin Trabelsi (2), Vesna Tolic (2), Norma Goldmann (1), Leni Holz, Emma Montag, Marie Vorlicek-Michalczik (5), Kim Ott (4), Jasmina Gierga (1).

NSU: Annie Linder, Barbara Gyori; Fanny Elovson (6), Annefleur Bruggemann (2), Alessia Riner, Meret Ossenkopp (8), Sina Ehmann (7), Merle Albers, Amber Verbraeken, Antje Döll (6/1), Paulina Uscinowicz (1).

Schiedsrichter: Moritz Hartmann und Nils Hennekes